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Ortsverband Konstanz

Naturschutz - Do it yourself!

Jeder kann im Kleinen (und im Großen) etwas für Umwelt- und Naturschutz machen. Hier haben wir euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr mit einfachen Mitteln etwas Gutes tun könnt.

Samenbomben basteln

Samenbomben basteln im Palmenhaus Bastelaktion im Palmenhaus

Rezept:

1 Teil Samen (Verwenden Sie ausschließlich geprüftes Saatgut von Wildblumenwiesen aus Ihrer Region, bestellbar beispielsweise bei Syringia oder Rieger-Hoffmann)

3-5 Teilen Erde-Kompost-Gemisch.

3-5 Teile Tonpulver

Und so gehts:

Als erstes wird die Erde fein gesiebt. Dann vermischst du sie mit den Samen und dem Tonpulver in einer großen Schüssel. Gib tröpfchenweise Wasser dazu (nicht zu viel!) und knete die Mischung so lange, bis ein gleichmäßiger "Teig" entsteht.

Forme daraus anschließend etwa walnussgroße Kugeln und lasse sie an einem nicht zu warmen und gut durchlüfteten Ort trocknen. Das dauert in der Regel etwa zwei Tage. Wem das zu lange dauert, kann die Samenbomben auch im Backofen bei niedriger Temperatur backen. Die Samenbomben können dann sofort geworfen werden. Möchte man sie später ausbringen, ist eine Lagerung an einem kühlen und trockenen Ort bis zu zwei Jahre möglich. 

Wohin mit den Bomben?

Die Samenbomben werden auf einen beliebigen Platz mit Erde geworfen. Die trockene Tonkugel schützt den Samen vor Vögeln und Nagern. Regnet es, saugt sich die Kugel mit Wasser voll und quillt. Die Samen beginnen zu keimen und durchbrechen die Kugelwände nach kurzer Zeit. Berechnen Sie für sichtbare Erfolge etwa 10 Samenbomben pro Quadratmeter.

Das unbefugte Ausbringen von Saatgut stellt rechtlich gesehen eine Sachbeschädigung dar! Man sollte grundsätzlich rücksichtsvoll mit der Natur und mit fremden oder Gemeinschaftseigentum umgehen. Auf keinen Fall sollten sie in Naturschutzgebieten etc. ausgebracht werden.

Geeignete Standorte sind z.B. vernachlässigte Baumscheiben in der Stadt oder Straßenränder, die nicht regelmäßig gepflegt werden, bzw. zu Hundeklos verkommen. Hier wird niemand etwas gegen eine Verschönerung durch blühende Wildkräuter haben! Im Zweifelsfalle erst beim Grünflächenamt oder bei den Besitzern nachfragen.

Tipp für Fortgeschrittene

Besonders langlebig und widerstandsfähig werden Samenbomben, wenn man sie mit einem Mantel aus Ton umhüllt. Diesen kann man fertig kaufen oder mithilfe von Tonpulver und Wasser selbst anrühren.

Forme eine Schale und fülle die Mischung aus Erde und Samen ins Innere. Anschließend wird die Schale geschlossen und zur Kugel geformt. Nach dem Trocknen (im Ofen oder an der frischen Luft) sind die Samenbomben steinhart und gegen Wind oder Tiere gut geschützt. 

Nisthilfen selber bauen

Beispiele für Nistkästen Selbstgebauter Nistkasten des BUND in Konstanz  (Dominique Seeger)

Alle Vögel sind schon da – aber können sie auch bleiben? Wegen fehlender Nistmöglichkeiten in alten Obstbäumen, an Hauswänden oder stacheligen Sträuchern können viele Vogelarten nicht mehr bei uns brüten.

Die natürlichen Nisthilfen im Garten

Vor allem als Gartenbesitzer kann man viel für die heimische Vogelwelt tun. Pflanze stachelige Büsche wie Schlehe, Brombeere oder Wildrose, dort können Vögel ihre Küken sicher groß ziehen.

Lasse draußen Unordnung zu: in morschen Bäumen, abgestorbenen Ästen, Hecken und Wildnisecken fühlen sich viele Tierarten wohl; dort siedeln sich Vögel, aber auch Fledermäuse an. Als Gegenleistung für die kleinen „Wildnisreservate“ helfen dir die Vögel dabei, den Garten von Steckmücken und anderen Schädlingen zu befreien.

Nistkästen bauen

Kurzfristige und gezielte Abhilfe für die Wohnungsnot der Vögel kann man durch das Anbringen spezieller Nistkästen erreichen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bauen für Nistkästen befindet sich hier.

Insekten-Nisthilfen selber bauen

Im Frühling nehmen die Bienen erneut ihre wichtige Arbeit auf. Die fleißigen Insekten sind weltweit gesehen für eine Wertschöpfung von rund 200 Milliarden Euro zuständig. Fast 80 Prozent der pflanzlichen Nahrungs­mittel sind von der Bestäu­bungs­leistung der Bienen ab­hängig. Tomaten, Erdbeeren, Äpfel, Blaubeeren, Zuc­chini und vieles mehr – ohne die Bienen und andere bestäubende Insekten müssten wir diese Lebensmittel von unseren Speiseplänen streichen.

Von den mehreren Hundert Wildbienenarten in Deutschland lassen sich etwa 40 Arten mit selbstgebauten Nisthilfen auch in den eigenen Garten locken. Einfach zu bauende Nisthilfen können mit Hilfe von senkrecht angebrachten, markhaltigen Pflanzenstängeln, Schilfhalmen, Bambusröhrchen oder in Hartholz gebohrte Röhren hergerichtet werden.

Bestimmte Wildbienen-Arten, die für gewöhnlich gern Abbruchkanten besiedeln, bevorzugen als Quartier auch künstlich gestaltete Mini-Steilabhänge oder aus Lehm gefertigte Mini-Wände. Für die dazugehörigen Anpflanzungen sollten einheimische sowie nektar- und pollenreiche Blumen ausgewählt werden, denn diese werden von den Wildbienen besonders bevorzugt. Grundsätzlich gilt auch: Je vielfältiger die Bepflanzung, desto besser.

Der BUND Rotenburg hat eine sehr gute Broschüre zum Bau von Insekten Nisthilfen und Pflanzlisten erarbeitet. Tipps zur Gestaltung eines naturnahen Gartens gibt es auch im Flyer vom BUND Kreisverband Konstanz.

Gleichzeitig weisen wir aber auch darauf hin, dass Nisthilfen für Wildbienen den Verlust naturnaher Lebensräume nicht ausgleichen können. Die zahlreichen ökologischen Nischen und natürlichen Refugien, die zum Beispiel alte Bäume den Wildbienen und anderen Tieren bieten können, lassen sich durch "Insektenhotels" leider nicht ersetzen.

Upcycling

Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert den Verbrauch von begrenzten Rohstoff-Reserven. 

Im Internet gibt es unzählige Ideen wie man aus Abfall neue Produkte herstellen kann. Einige Beispiele aus unserer eigenen Produktion gibt es hier zu sehen:

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