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Ortsverband Konstanz

Plastik

(Bild: Pixabay) (Bild: Pixabay)

Das Plastik-Problem

Die meisten Produkte, die wir in unserem Alltag verwenden, bestehen aus Plastik. Da es leicht, stabil, einfach formbar, günstig zu produzieren und lange haltbar ist und besonders hygienische Eigenschaften besitzt, ist es ein sehr beliebtes Material und findet in vielen verschiedenen Bereichen Verwendung. So werden weltweit etwa 300 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr produziert.

Was in mancher Hinsicht eine positive Eigenschaft ist, stellt sich gleichzeitig aber auch als das große Problem unseres enormen Plastikverbrauchs heraus: Bis Plastik vollständig verrottet ist, verstreichen bis zu 500 Jahre. Die jährlich anfallenden etwa 240 Millionen Tonnen Plastikabfälle werden zwar zum Teil recycelt oder verbrannt, jedoch landet ein Großteil auf Mülldeponien oder im Ozean.

Plastikteppiche im Meer

Meeresvögel verwechseln Plastik häufig mit Futter oder Nistmaterial, oft mit tödlichen Folgen.  (Bild: Pixabay)

Plastik gelangt auf verschiedenen Wegen ins Meer: Es wird illegal von Schiffen in den Ozean gekippt, achtlos am Strand liegengelassen oder vom Wind ins Meer geweht. Auch verloren gegangene Fischernetze oder von Flüssen eingespülter Kunststoff kommen dazu. So schwimmen bereits mehr als 100 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen und bilden auf der Wasseroberfläche treibende Müllstrudel. Diese entstehen, wenn verschiedene Meeresströmungen, die Müll aus den unterschiedlichsten Gebieten eingesammelt haben, aufeinander treffen.

Die Ansammlung von Plastik im Ozean hat verheerende Auswirkungen auf die marine Tierwelt. Fische und Seevögel verwechseln die Kunststoffteile mit Nahrung und sterben dann, weil diese ihren Verdauungstrakt verstopfen. Wale, Delfine und Schildkröten können sich im Müll, etwa alten Fischernetzen oder Sixpack-Ringen, verheddern und dann ersticken oder verhungern. Außerdem besteht eine Gefahr für die ohnehin stark beeinträchtigten Korallenriffe, die durch Plastikmüll beschädigt und beschattet werden. 

Mikroplastik

(Bild: Pixabay)

Plastiktüten und -flaschen sind der offensichtlich erkennbare Teil des Plastikmüllproblems. Doch dann gibt es noch sehr kleine Plastikteilchen unter 5mm, sogenanntes "Mikroplastik". Diese winzigen Kunststoffteilchen werden in der Kosmetik als Peelings oder Bindemittel eingesetzt, lösen sich aber auch beim Waschen von Fleece- und Outdoorkleidung. Der BUND-Einkaufsratgeber gibt Auskunft darüber, in welchen Kosmetikprodukten sich Mikroplastik und andere Kunststoffe verstecken.  

Zusätzlich zerfallen größere Plastikteile durch die Einwirkung von Sonne und Salz nach und nach zu Mikroplastik. Nur weil diese nicht mit bloßem Auge erkennbar ist, heißt dies aber nicht, dass sie weniger gefährlich sind. Mikroplastik zieht Umweltgifte an, welche sich auf der Oberfläche ablagern. Das Mikroplastik wird von Meerestieren aufgenommen und kann in deren Darm Verletzungen und Verstopfungen auslösen. Zusätzlich lösen sich hier die Schadstoffe wieder und wirken nachteilig auf den Organismus ein.

Wenn das Mikroplastik einmal aufgenommen wurde, kann der Körper es meist nicht mehr ausscheiden. Somit reichert es sich in Meereslebewesen wie etwa Fischen an und gelangt schließlich über die Nahrungskette zum Menschen. Das bedeutet, dass auf unseren Tellern Fischgerichte sowohl mit einem gewissen Mikroplastikanteil als auch mit toxischen Stoffen landen. 

Tipps für den Alltag, um Plastik zu vermeiden

(Bild: Pixabay)

Umweltschutz fängt bei jedem Einzelnen an. Wir können die Menge des Mülls um Millionen Tonnen im Jahr reduzieren. Dazu ein paar Tipps, wie du in deinem Alltag aktiv etwas verändern kannst:

Einkaufen:
- Stoffbeutel & Rucksack anstatt Plastiktüte
- Mehrweg anstatt Einweg
- Glas- anstatt Plastikflasche
- Einen eigenen Coffe-to-go Becher anschaffen
- Gemüse ohne Plastikverpackung auf dem Wochenmarkt oder Bioläden kaufen
- Unverpackt-Läden ausprobieren (gibt's auch hier in Konstanz)
- Eigene Gefäße mitbringen, oft können Käse, Oliven etc. hier eingefüllt werden
- Auf Fisch- und Meeresprodukte verzichten, denn weltweit ist die Fischerei Verursacher von mehr als 1 Mio. Tonnen des Plastikmülls in den Ozeanen

Kosmetik:
- Auf feste Seifen umsteigen (die kein Mikroplastik enthalten und nicht in Plastik verpackt sind)
- Auf Naturkosmetika umsteigen, bzw. Peelings selbst herstellen (Zertifizierte Naturkosmetik enthält keine Mineralölprodukte)
- Zahnbürsten aus Holz verwenden
- Damenhygieneartikel: Menstruationstasse, Baumwollbinden etc.

Waschen:
- Kleidung bei geringeren Temperaturen waschen
- Weniger Waschen (einfach mal auslüften)
- Kleidung flicken, wiederverwenden, tauschen, Secondhand
- Insgesamt weniger Kleidung kaufen
- Neue Kleidung möglichst aus ökologischer Produktion und Fairtrade zertifiziert
- Der Guppyfriend (erster Waschbeutel, der Mikroplastik aus der Wäsche filtert)

Werde aktiv und starte in deiner Umgebung eine Aktion:
- Müllsammelaktion am Strand
- Waldputzaktionen
- Recycling Workshop und vieles mehr 

Flyer zum Download

Informationsbroschüre - Tipps zur Plastikvermeidung

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