Ortsverband Konstanz

Stellungnahme zur geplanten Bebauung „Jungerhalde West“

23. November 2020

Naturschutzverbände erteilen geplanter Bebauung „Jungerhalde West“ klare Absage

Um Wohnraum zu schaffen, wurden in Konstanz in der jüngsten Vergangenheit immer wieder neue Gebiete im Außenbereich bebaut und damit Naturflächen beeinträchtigt. Durch die Schaffung von neuem Wohnraum konnten die Mieten bislang jedoch nicht gesenkt werden. Im Gegenteil: die Durchschnittsmieten stiegen und steigen weiter an. Familien und Normalverdiener, die Zielgruppen des Handlungsprogramms Wohnens, profitieren nur zu einem sehr geringen Teil vom bisher umgesetzten Wohnungsbau. Dieser Zusammenhang wird auch durch die von der Stadt Konstanz beauftragte Begleituntersuchung zum Handlungsprogramm Wohnen belegt.

Nun soll in Allmannsdorf erneut im Außenbereich gebaut werden. Das Gebiet Jungerhalde/West weist eine Fläche von rund 20.000 Quadratmetern auf und besteht hauptsächlich aus Ackerflächen.

Es grenzt unmittelbar an artenschutzfachlich hochwertige, geschützte Naturflächen an (FFH-Gebiet „Bodanrück und westl. Bodensee“ und geschützte Biotope). Durch die geplante Wohnbebauung entstehen unvermeidbare Freizeitaktivitäten, welche die Naturflächen beeinträchtigen.

Fläche ist, wie auch der Boden, eine endliche Ressource, mit der wir sparsam umgehen müssen, um unsere Lebensgrundlagen und die der kommenden Generationen zu erhalten. Der Flächenverbrauch zerstört die letzten unzerschnittenen Landschaftsräume, die so wichtig für unserer Tier- und Pflanzenwelt sind. Wie hier im Planungsgebiet Jungerhalde/West werden wertvolle Ackerböden vernichte, so dass der Intensivierungsdruck auf alle verbleibenden Ackerflächen immer weiter ansteigt. Die Bodenversiegelung und ihre negativen Auswirkungen für Mensch und Natur kann in der Regel nicht oder nur sehr schwer rückgängig gemacht werden.

Nachhaltigkeit und Flächenschutz dürfen nicht permanent dem Wachstums geopfert werden. Deshalb fordern BUND und NABU die Stadt Konstanz im Sinne aller kommenden Generationen zu einer nachhaltigen Flächenpolitik auf. Konkret heißt das, keine weiteren Bauflächen im Außenbereich auszuweisen, den Schwerpunkt der Stadtentwicklung auf Flächenrecycling und Nachverdichtung zu legen.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb