Ortsverband Konstanz

Stellungnahme Jungerhalde West und überall

01. März 2021

Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Konstanz und NABU Konstanz vom 26.02.21

Der BUND Konstanz und NABU Konstanz setzen sich seit ihrer Gründung für den Erhalt des Konstanz umgebenden sensiblen Landschaftsraums mit seinen zahlreichen Schutzgebieten ein. Bauvorhaben im Außenbereich wie im Bereich Jungerhalde West lehnen wir ab.

Die Stadt begründet die erneute Versiegelung von Naturflächen im Außenbereich mit der Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum für Menschen mit unterem bzw. mittlerem Einkommen. Grundsätzlich begrüßen BUND und NABU die Beteiligung der Wobak an Wohnungsbauvorhaben, da nur durch städtische Bauträger bezahlbarer Wohnraum entsteht. Allerdings hat die Stadt in der näheren Vergangenheit viele Chancen nicht genutzt, sozialen Wohnraum im innerstädtischen Bereich auf bereits versiegelten Flächen zu schaffen (z.B. Vincentiusareal, Siemensareal, Zähringer Hof). Der im Rahmen des „Handlungsprogramms Wohnen“ geschaffene Wohnraum liegt in der Realität überwiegend im hochpreisigen Segment. Die eigentlichen Zielgruppen, Familien und Gering- und Normalverdiener, profitieren davon kaum.

Die Wohnungskrise ist eine Folge des Rückzugs der Stadt aus dem sozialen Wohnungsbau. Sozialwohnungen wurden privatisiert und der Wohnbausektor dem privaten Immobilienmarkt überlassen. Mit dieser Politik steigt der ohnehin hohe Flächenverbrauch weiter an. BUND und NABU sehen die Strategie des „hinter steigenden Preisen Herbauens“ in Konstanz als gescheitert an. Unaufhörlich steigende Immobilienpreise und Mieten trotz massiven Zubaus zeigen dies seit Jahrzehnten. Die Folgen haben die Konstanzer Bürger*innen zu tragen. Mit der Aufheizung der Stadt, dem Verlust von Grundwasserreserven, der Verschlechterung der Lebens- und Wohnqualität und dem Rückgang unserer Artenvielfalt müssen wir alle dafür teuer bezahlen.

Mit einer nachhaltigen Baupolitik und durch ausschließlich zielgruppenorientiertes Bauen könnte man auf weitere Bebauung im Außenbereich verzichten und damit die Zerstörung von Naturflächen vermeiden.

 

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