20. März 2014

Gemeinsame Stellungnahme des NABU und des BUND Konstanz zum "Handlungsprogramm Wohnen" der Stadt Konstanz

Bedingt durch seine geographische Lage ist das Flächenangebot in Konstanz begrenzt. Aber Konstanz ist eine attraktive Stadt und viele Leute zieht es an den See. Dies alles führt neben dem begrenzten Angebot zu einer Steigerung der Immobilienpreise und zu hohen Mieten. Vor allem Familien mit Kindern, ärmere Rentner, Studenten und normale Angestellte (auch städtische Bedienstete) sind die Leidtragenden dieser Entwicklung. Deshalb begrüßen wir grundsätzlich, dass zusätzlicher Wohnraum für eben diese Gruppen verstärkt bereitgestellt werden soll. Die Planungen der Stadt Konstanz gehen über dieses Ziel allerdings weit hinaus.

                                   

Die Stadt hat in ihrem „Handlungsprogramm Wohnen“ den Bau von ca. 5300 Wohneinheiten angekündigt. Dies ginge mit einem massiven Flächenverbrauch von über 110 ha einher und würde eine Erweiterung der Siedlungsfläche der Stadt um über 10 %. bedeuten Von diesen 110 ha sind 2/3 bislang grüne Wiese, Biotope, Ackerflächen etc., nur 1/3 der Flächen stellen innerstädtische Baulücken oder Konversionsflächen dar. Dies widerspricht dem Konzept, dass Innenentwicklung vor Außenentwicklung gehen sollte.

 

Der enorm hohe Flächenverbrauch ergibt sich aus der geplanten Bauweise und Durchmischung der Haustypen. In den meisten Siedlungsgebieten sollen auch Häuser mit nur zwei Geschossen und Geschossflächenzahlen von unter 0,5, also klassische Einfamilienhäuser zugelassen sein. Der BUND und der NABU Konstanz lehnen neue Einfamilienhausbebauungen wegen des übermäßigen Flächenverbrauchs grundsätzlich ab. Stattdessen sollten neue Wohnkonzepte im Geschosswohnungsbau angedacht werden. Absoluten Vorrang sollte der Bau von Wohnungen mit Mietpreisbindung durch die WOBAK oder die Stadt haben, um die betroffenen Bevölkerungsgruppen zu entlasten. Außerdem sollte beachtet werden, dass der Wohnungsmarkt zum Beispiel auch durch die Einschränkung von Immobilienspekulationen entlastet werden kann.

 

Zu einem lebenswerten Umfeld gehören neben einer Wohnung aber auch Grünflächen, Erholungsflächen, Stadtgrün, Artenvielfalt in der Stadt und ein gesundes Stadtklima. Deshalb ist es wichtig, die Erweiterung von Siedlungsflächen und von Nachverdichtung mit Maß zu betreiben. Auch der Flächenverbrauch sollte nachhaltig sein, um unseren Kindern und Enkeln ebenfalls einen Gestaltungsspielraum zu lassen.

 

Die gesamte Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

Stellungnahme zu: Diskussion über Entwicklung neuer Gebiete

Die Stadt Konstanz will in den nächsten Jahren besonders Sozialwohnungen und bezahlbare Familienwohnungen für Leute, die bereits in Konstanz wohnen und arbeiten, bauen. Der Bedarf wird auf ca. 2000 beziffert. Die städtischen Wohnbaugesellschaften finanzieren diese bezahlbaren Wohnungen (25%) damit gegen, dass sie andere im Gegenzug zum Marktpreis verkaufen (75%). Das bedeutet, dass nicht 2000 Wohnungen gebaut werden müssten, sondern 8000 (das entspricht 16 000 Einwohnern), um diesen Bedarf zu befriedigen. Insgesamt kommt man so auf einen Flächenbedarf von 200 ha, die durchschnittliche Belegungsdichte eines Mittelzentrums von ca. 80 EW/ha zugrunde gelegt . Wo sollen diese enormen zusätzlichen Flächen geschaffen werden? Wie passt da der Ruf nach Einfamilienhausbebauung ins Bild? Ist es Aufgabe der Stadt Einfamilienhäuser zu subventionieren? Oder geht es nicht viel mehr darum, neue Ansätze für ein gemeinschaftliches Miteinander im Geschosswohnungbau zu entwickeln.



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