Heimat Hafner - Tiere in Not

Unser Tier der Woche

Der Hafner ist einer der letzten großen unzerschnittenen Grünräume in Konstanz, bestehend aus einer Vielfalt an Feldhecken, Streuobstwiesen und Schilfröhrichten. Zahlreiche Tiere aus dem Reich der Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten und Säugetiere sind hier beheimatet, darunter auch viele bedrohte Arten. Durch die Entwicklung des neuen Stadtteils würden großflächig Lebensräume vieler Tierarten dauerhaft verloren gehen (65 ha). (Stellungnahme Hafner)

Es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass ein neuer Stadtteil nicht einfach auf einer leeren Fläche entsteht, sondern, dass es sich um eine vielfältige Naturlandschaft handelt, die überbaut werden soll. Deshalb möchten wir vom BUND Konstanz euch jede Woche ein Tier vorstellen, das momentan im Hafner lebt und von der Bebauung unmittelbar betroffen wäre. Wir hoffen, dadurch den Hafner aus einem neuen Blickwinkel zeigen zu können. Diese Woche durch die Augen eines Waldkauz:

Der Waldkauz

Ich bin der Waldkauz und lebe glücklich am Hafner. Hier werde ich als perfekt getarnter und völlig geräuschloser Jäger gefürchtet. Durch mein rindenähnlich gefärbtes Federkleid bin ich kaum von einem Baumstamm zu unterscheiden und damit für meine Beute praktisch unsichtbar. Wenn die Dämmerung hereinbricht, erhebe ich mich auf lautlosen Schwingen und mache mich auf die Jagd nach schmackhaften Mäusen. Sie machen den Hauptteil meines Speiseplans aus, aber ich bin durchaus auch fähig, Tiere in meiner Gewichtsklasse zu überwältigen, zum Beispiel Kaninchen oder Eichhörnchen.

Die Dunkelheit ist mir bei meiner Beutesuche kein Hindernis, im Gegenteil: Sie ist mein Freud! Meine großen wunderschönen Augen können besonders viel Licht aufnehmen und sorgen so für eine ausgezeichnete Sicht bei Tag und bei Nacht.

Wir Waldkauze sind etwas eigen. Wenn wir uns einmal auf ein Revier festgelegt haben, verlassen wir es nicht mehr, auch nicht im Winter. Wir haben uns den Hafner ausgesucht, weil er die optimalen Bedingungen für die Jagd und die Aufzucht unserer Jungen verspricht. Wir sind zwar prinzipiell sehr anpassungsfähig – so können wir zum Beispiel sowohl in einem Baum, wie auch in einer Kaninchenhöhle brüten –  doch wenn unser Hafner mit Menschenhäusern überbaut wird, haben wir keinen Platz mehr hier und können uns auch nicht einfach ein neues Revier suchen. Wir werden dann einfach lautlos verschwinden.



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