Das Projekt

Dass ein Wald mit all seinen Pflanzen einen unschätzbaren ökologischen und sozialen Wert hat, ist den meisten Menschen bewusst. Aber auch unsere Stadtbäume spenden Schatten, filtern die Luft, produzieren Sauerstoff, bremsen den Wind, dämpfen den Schall, geben vielen Tierarten ein Zuhause, haben eine positive Auswirkung auf den Grundwasserhaushalt, schützen vor Erosion, verbessern das Klima und verschönern das Stadtbild. Schon ein kurzer Aufenthalt unter Bäumen senkt den Blutdruck und den Cortisonspiegel. Ein wertvoller Beitrag zum Stressabbau der geplagten Städter.

Wir vom BUND-Konstanz finden, dass es angebracht ist, danke zu sagen. Deshalb werden wir ab August 2017 jeweils einen Baum des Monats küren. Die Informationen zum Zustand der jeweiligen Bäume hat uns Herr Majer von den TBK freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Unsere Stadtbäume leiden unter vielfältigen Einflüssen des Menschen: Streusalz, Luftverschmutzung, zu kleine Baumscheiben, Parken auf den Wurzelbereichen, Befahren der Wurzelbereiche, Annageln von Plakaten, Hundekot, Fahrrad abstellen, verdichteter Boden, Beschädigung der Wurzeln durch Baumaßnahmen und vieles mehr. Es ist Zeit, mehr Rücksicht zu nehmen auf unsere still leidenden Mitgeschöpfe.

Baum des Monats Dezember

Ich bin eine Weiße Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Ich lebe an der Schottenstraße beim Vincentius Krankenhaus. Für eine Kastanie bin ich mit ca. 120 Jahren sehr alt. Dieses hohe Alter habe ich vermutlich deshalb erreicht, weil ich auf einer Seite von der Kapelle und an den restlichen Seiten durch Mauern geschützt werde. Dadurch können meine Wurzeln nicht überfahren und beschädigt werden. Bei den anstehenden Baumaßnahmen auf dem Vincentius Gelände muss unbedingt weiterhin auf den Schutz der Wurzeln geachtet werden. Eine weitere Gefahr, die der Umbau mit sich bringen könnte, ist eine Änderung der Windverhältnisse. Ich bin nämlich durch einen starken Drehwuchs gekennzeichnet. Mein Stamm könnte sich bei einer gewandelten Windrichtung wie ein aufgedrehtes Seil, das man plötzlich loslässt, in die andere Richtung aufdrehen. Die dadurch entstehenden offenen Stellen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit anfangen, zu faulen, was mein Todesurteil wäre.

Nicht nur ich bin durch die geplanten Umbaumaßnahmen gefährdet. Auch alle anderen Bäume und Büsche rund um das Areal, die zahlreichen Tierarten (Fledermäuse, gefährdete Vogelarten...) ein Zuhause bieten, laufen Gefahr, beschädigt oder gar gefällt zu werden. Da der Bauentwurf gewählt wurde, bei dem am meisten Fläche versiegelt wird, ermahnen wir die Bauleitung dazu, wenigstens während der Bauphase auf einen ausreichenden Baumschutz zu achten, damit nicht noch mehr von einem der letzten städtischen Biotop in Konstanz zerstört wird.

Hier findet man mich.

Bilder: Barbara Hoffmann


Umwelttipps für Geflüchtete

Suche