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1. Jede Lampe zu ihrer Zeit

Schalten Sie die Lampen bewusst ein. Nur um auf dem Sofa gemütlich ein Buch zu lesen, muss nicht das gesamte Haus in einer Festbeleuchtung erstrahlen. Und auch die Nacht sollte nicht durch Lichterketten, Gartenscheinwerfer und Ähnlichem zum Tag gemacht werden. Denn Natur und Mensch brauchen den Wechsel zwischen Hell und Dunkel für ihren biologischen Rhythmus.


2. Stromsparen geht über den eigenen Haushalt hinaus

In konventionellen Kraftwerken gehen rund 2/3 der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme verloren; in den deutschen Großkraftwerken zusammen mehr als der Heizenergieverbrauch aller Privathaushalte. Hinzu kommen Verluste bei Transformation und Transport des Stromes. Deshalb ergibt jede eingesparte Kilowattstunde Strom beim Verbraucher eine Einsparung von rund drei Kilowattstunden Energie im Großkraftwerk – also ein dreifacher Gewinn für die Umwelt. Wo Sie zwischen Gas und Strom für die Wärmegewinnung oder Kochen und Backen wählen können, empfehlen wir Gas.


3. Die Sonne nutzen

Die Sonne schickt keine Rechnung. Also was spricht dagegen, ihre Kraft zu nutzen? Die Sonne lässt sich nicht nur mit Solaranlagen einfangen, sondern auch durch eine geschickte Einrichtung der Wohnung. Platzieren Sie Ihre Möbel am besten so, dass Sie in der Küche, am Schreibtisch, am Esstisch etc. das Tageslicht nutzen können. Helle Wände, Decken und spezielle, reflektierende Lamellen-Jalousien sorgen für noch mehr Helligkeit.



4. Den Kühlschrank richtig nutzen

Mit einem Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A++,möglichst ohne No-Frost-Funktion und ohne integriertes Gefrierfach fängt das Stromsparen erst an. Der Stromverbrauch hängt auch vom Nutzer-Verhalten ab. Deshalb sollten Sie folgende Tipps beachten:

-     Kühlschrank an einen kühlen Ort – nicht in die Sonne oder neben Wärmequellen wie z.B. Herd – aufstellen (jedoch angegebene Umgebungstemperatur nicht unterschreiten)

-     Die Rückseite des Kühlschranks sollte möglichst gut umlüftet sein, damit die Wärme abziehen kann.

-     Halten Sie ggf. die Lüftungsschlitze frei

-     Die optimale Temperatur im Kühlschrank beträgt 7°C (im obersten Fach möglichst weit vorne messen)

-     Kühlschrank nur kurz öffnen und beim Füllen alle Kühlgüter griffbereit platzieren.

-     Speisen nur abgedeckt und abgekühlt in den Kühlschrank stellen.

-     Vermeiden sie Leere im Kühlschrank, damit weniger Luft beim Öffnen entweicht.

-     Reif- und Eisbeläge abtauen, sobald sie dicker als drei Millimeter sind.

-     Tauen Sie gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auf.

-     Reinigen Sie alle ein bis zwei Jahre vorsichtig Kompressor und Wärmetauscher des Kühlschrankes und prüfen Sie die Türdichtungen.


5. Spülmaschine statt Spülen von Hand

Eine energieeffiziente Spülmaschine benötigt deutlich weniger Energie als das Spülen von Hand. Jedoch sollte die Maschine voll beladen und weitgehend mit dem Energiesparprogramm (meist 50°C) betrieben werden; andere Programme benötigen oft viel mehr Strom. Lediglich manche Kurz- oder Glasprogramme für schwach verschmutztes Geschirr sind noch sparsamer. Verzichten Sie auf ein Vorspülen per Hand; entfernen Sie grob die Speisereste, bevor Sie das Geschirr in die Maschine geben.


6. Waschen bei niedrigeren Temperaturen

Füllen Sie Ihre Waschmaschine immer voll; automatische Mengen-Beladungs- oder ½-programme verbrauchen überproportional viel Energie. Nutzen Sie vor allem Energiesparprogramme und verzichten Sie auf die Vorwäsche. Auf 95°C-Waschgänge können Sie fast immer verzichten. Meist reichen 30 oder 40°C aus, bei sehr hartnäckiger Verschmutzung empfiehlt sich eine Temperatur von 60°C. Bedenken Sie: Je höher die Waschtemperatur, desto höher der Stromverbrauch. Sie sparen die Hälfte an Strom, wenn Sie Ihre Wäsche statt bei 60°C nur bei 40°C waschen. Schalten Sie auf 30°C herunter, benötigen Sie nur noch knapp ein Drittel.

7. Energiesparend kochen leicht gemacht

Mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl können Sie am Herd einiges an Energie sparen:

-     Topf bzw. Pfanne und Kochplatte bzw. –zone sollten die gleiche Größe habe, damit keine Wärme unnötig verloren geht oder das Kochen viel zu lang dauert.

-     Achten Sie darauf, dass die Böden der Töpfe und Pfannen eben sind.

-     Auf jeden Topf gehört der passende Deckel. Fehlende oder unpassende Deckel verbrauchen die zwei- bis dreifache Menge an Energie.

-     Gemüse und Kartoffeln nicht im Wasserbad ertränken. Es reicht, wenn der Topfboden mit Wasser bedeckt ist, sodass das Gemüse im Dampf gart.

-     Viele Elektroherde haben eine lange Nachheizphase, sodass die Kochplatte auch nach dem Ausschalten noch genügend Wärme liefert. Nutzen Sie diese Energie.

-     Der Einsatz eines Schnellkochtopfs lohnt sich für Speisen, die in einem normalen Topf 20 Minuten und länger gegart werden müssten. Der Schnellkochtopf spart rund 30% Strom, bis zu 50% Zeit und schont die Vitamine.

-     Was das Energiesparen angeht, ist der Umluftbetrieb im Backofen der Ober- und Unterhitze meist überlegen. Mit Umluft können Sie bei gleicher Gar-Dauer um 20°C niedrigere Temperaturen wählen.

8. Versteckte Stromfresser im Haushalt

Zwei Großkraftwerke laufen in Deutschland für den sinnlosen Stromverbrauch von Elektrogeräten, die Strom fressen, obwohl sie „aus“ sind. Stromfresser können z.B. Videorekorder, DVD-Player, Espressomaschinen, Ladegeräte, Hifi- Und EDV-Anlagen sein. Schein-Aus-Zustände, Stand-by-Betrieb, etc. kosten einen Haushalt im Schnitt 85€ pro Jahr.

-     Im Stand-by-Betrieb stehen Geräte rund um die Uhr zu Diensten. Viel Geräte verbrauchen dabei unnötig viel Strom. Sie sollten daher nach Gebrauch immer richtig ausgeschaltet werden.

-     Viele Geräte verfügen per keinen echten Ausschalter mehr. Diese Geräte verbrauchen weiter Strom, obwohl sie direkt am Gerät ausgeschalten wurden; sie sind nur „Schein-Aus“. Wenn Sie Ihre Geräte nicht nutzen, trennen Sie sie vollständig vom Netz; ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie eine schaltbare Steckdosenleiste dazwischen.

-     Viel Geräte, oft z.B. Lade- und Netzgeräte, haben gar keinen Ausschalter mehr, sodass solange Strom verschwendet wird, bis der Netzstecker gezogen wird. Deshalb: Raus aus der Steckdose.

-     Teilweise tragen Geräte das ENERGY-Label, wenn sie wenig Strom im Stand-by verbrauchen, und das „Stromsparer-Label“ mit grünem Haken, wenn sie einen echten Ausschalter haben. Allerdings werden die Label im Handel meist selten verwendet. Daher sollten Sie sich erkundigen, ob der Ausschalter wirklich ausschaltet und ob der Stand-by-Verbrauch unter 1 Watt liegt (bei Fernsehern unter 0,5 W).

Weitere Informationen und Gerätedaten finden Sie unter www.no-e.de und www.energielabel.de

 

9. Die richtige Papierwahl

Qualitativ unterscheiden sich Recycling- und Frischfaserpapier kaum. Aber wer auf Altpapier schreibt und druckt, hilft auch Energie zu sparen. 500 DINA4-Blätter Recyclingpapier sparen im Vergleich zur Frischfaservariante soviel Energie ein wie eine 11-W-Energiesparlampe für 17 Tage Dauerbetrieb benötigt. Eine gute Orientierungshilfe für den umweltbewussten Einkauf von Hygiene- und Schreibpapier bietet der „Blaue Engel ... weil aus 100% Altpapier“. Am klimafreundlichsten ist jedoch immer noch das eingesparte Papier.


10. Mehrweg-Glas- vs. Einweg-PET-Flaschen

Der Einkauf von Mineralwasser in Einweg-PET-Flaschen (mit Pfand) aus dem Discounter belastet unterm Strich unser Klima mit rund doppelt soviel Kohlendioxid wie der Kauf von regionalem Mineralwasser in der Glas-Mehrwegflasche. Glas-Mehrwegflaschen können rund 50 Mal wiederbefüllt werden und ein regionaler Bezug reduziert die Fahrtstrecken. Achten Sie deshalb beim Griff ins Getränkeregal auf Mehrwegflaschen (mit dem Blauen Engel).


11. Mit Ökolandbau das Klima schützen

Die Landwirtschaft verursacht 15% des deutschen Kohlendioxid-Ausstoßes. Dabei ist der Ökolandbau klimafreundlicher, denn er benötigt nicht einmal halb so viel  Energie wie der konventionelle Anbau und bindet durch die nachhaltige Wirtschaftsweise stärker CO2 im humusreichen Boden. Gut für die Klimabilanz sind z.B. der Verzicht auf energieaufwendig hergestellten Kunstdünger und der geringe Zukauf weit transportierter Futtermittel. Unsere Empfehlung: regional, saisonal, ökologisch!

Gemüsekiste Reichenau

Hofgut Rengoldshausen, Grüne Kiste

Der grüne Zweig

12. Treibhausgase in der Viehzucht?

Die Viehhaltung erzeugt 18% aller Treibhausgase; mehr als der gesamte Verkehrssektor. Die Produktion z.B. von Rindfleisch ist extrem aufwendig, das Futter oft importiert und Kühe setzen die Klimagase Methan und Ammoniak frei. Wenn wir den Pro-Kopf-Fleischkonsum von 60 kg/Jahr reduzieren würden, wäre das gut für unser Klima (und für unsere Gesundheit). Zum saftigen Bio-Steak aus der Region wünschen wir dennoch: Guten Appetit!




13. Radeln, laufen, Bus und Bahn

Kilometerlange Staus, dunkle Wolken aus den Auspuffen: Für fast jede dritte Tonne CO2 ist der Verkehr verantwortlich. Den Löwenanteil verursachen mit ca. 90% der Fahrzeugkilometer der Pkws. Mehr als die Hälfte der Fahrten werden in der Freizeit unternommen. Aber auch der Flugverkehr bedroht das Klima immer stärker und wird zu einer ernsten Gefahr für uns. So entspricht ein Fernflug nach Thailand mit dem CO2-Ausstoß von 5,05 Tonnen schon 50% des durchschnittlichen CO2-Rucksackes pro Person und Jahr. Deshalb: Auf dem Boden blieben und wann immer möglich radeln, laufen, mit Bus und Bahn fahren.


14. Car-Sharing, der neue Trend

Verzichten Sie auf ein eigenes Auto, teilen Sie ein Fahrzeug mit anderen und nutzen Sie „Car-Sharing“, die professionell organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen. Schon heute gibt es in Deutschland über 100 000 Car-Sharing-Kunden. Die Umwelt profitiert hiervon mehrfach:

-     Jedes Car-Sharing-Fahrzeug ersetzt im Schnitt vier bis acht private Autos.

-     Die Teilnehmer fahren weniger mit dem Auto und nutzen umso mehr Bahn, Bus und Rad.

-     Car-Sharing-Firmen haben sehr moderne Fahrzeugflotten, sodass der spezifische CO2-Ausstoß um 16% niedriger ist als der einer durchschnittlichen Pkw-Flotte.

15. Einfach und effektiv Sprit sparen: Ecodrive

Sprit sparend Auto fahren (Ecodrive) ist leichter als gedacht. Durch frühzeitiges Hochschalten, vorausschauendes Fahren mit niedrigen und gleichmäßigen Geschwindigkeiten,  durch Motorausschalten beim Stehen und durch optimalen Reifendruck können Sie im täglichen Betrieb bis zu 25% Treibstoff und damit Kohlendioxid einsparen; im Schnitt über 600 Kilogramm CO2 pro Jahr. Übrigens bieten viele Fahrschulen Spritspar-Kurse an.



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