Zum Bebauungsplan nehmen wir als nach § 29 NatSchG anerkannte Naturschutzverbän-de wie folgt Stellung:
Generell halten wir den Standort Weiherhof Süd für einen Festplatz für geeignet und stimmen dem Bebauungsplan „Weiherhof Süd“ 1. Änderung vorbehaltlich der folgenden Anmerkungen und Änderungsvorschläge zu.
1. Sowohl die Nähe zur B33, zum Bahnhof Petershausen als auch zum Seerhein und da-mit die Fahrradanbindung sind günstig. Im Vergleich zu anderen Standorten (Döbele, Klein Venedig) ist die Anzahl der betroffenen Anwohner relativ gering und in insgesamt zumutbarem Abstand. Es sollte allerdings in jedem Fall darauf geachtet werden, dass sich die Lärmbelästigungen in vertretbarem Rahmen halten. Dem B-Plan Anlage 13 entnehmen wir, dass gegenwärtig 14 Veranstaltungen dort stattfinden könnten, von denen mindestens sieben nicht nur zeitweise (Frühlings- und Herbstmesse, Fischmarkt, Zeltfestival, Seenachtfest, Freiluftkino und Oktoberfest) mit erheblichem Lärm verbunden sein können. Wir schlagen daher eine genauere Prüfung der möglichen Immissionen vor.
2. Von der Universität Konstanz, Fachbereich Biologie, Ansprechpartner Dr. Gregor Schmitz, wurden im in Frage stehenden Gebiet in den vergangenen Jahren verschiedentlich Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna durchgeführt (siehe Anhang).
Allgemein handelt es sich um eine Artengemeinschaft von Ruderal- oder Pionierstandorten, die sich auf Brachen häufig einstellen. Diese Artengemeinschaft zu erhalten würde eine regelmäßige Perturbation des Geländes erfordern, was nicht möglich, aus naturschutzfachlicher Sicht aber auch nicht erforderlich ist.
Speziell finden sich allerdings einige Arten der roten Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, auf die besondere Rücksicht zu nehmen ist. Dazu gehören Zauneidechse (gefährdet), Blindschleiche (Vorwarnliste) und Gelbbauchunke (stark gefährdet in D), sowie einige Hymenopterenarten. Auf der geplanten Fläche sollten deswegen Bereiche für den Schutz dieser Tierarten ausgewiesen werden. Wir würden vorschlagen, Details für sinnvolle Maßnahmen in einem Orttermin zusammen mit Dr. Gregor Schmitz zu erörtern.