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Das Streuobstwiesenprojekt der BUND Ortsgruppe Konstanz

Bild BUND Streuobstwiese
Bild BUND Streuobstwiese

Maßnahmen zur Erhaltung des Streuobstanbaus

Langfristig kann der Anbau von Hochstammobst nur erhalten werden, wenn die Wiesen landwirtschaftlich z.B. durch Beweidung genutzt und wenn die Obstbestände durch die in der  Nähe wohnende Bevölkerung geerntet und geplegt werden. Das kann erreicht werden, wenn die Menschen die Hochstammkulturen wieder als wichtigen Bestandteil der sie umgebenden Natur erkannt und lieben gelernt haben.

Pflege der Bäume und Wiesen

Der BUND hat vor über 10 Jahren am Rande der Konstanzer Stadtteile Allmannsdorf und Staad auf der Allmannsdorfer Höhe, der Jungerhalde und im Hockgraben neue Hochstammbäume alter Obstsorten zusammen mit Bürgern der Stadtzeiel gepflanzt. Die ca. 120 Bäume werden seit her durch den BUND gepflegt. ZUr Zeit sind wir eine Stammgruppe von 4 ehrenamtlich aktiven Leuten, die im Frühjahr die Bäume schneiden. Im letzten Jahr wurden zusätzlich in mühsamer Arbeit die Hochstämme auf der Jungerhalde durch Baumgatter geschützt, so dass die Wiesen jetzt beweidet werden können. Auch das Gras der anderen Wiesen wird landwirtschaftlich genutzt.

Anleitung zur Kultivierung von Obstbäumen

Information und Mobilisierung der Bevölkerung in der Nähe der Obstwiesen

Seit vielen Jahren veranstalten wir im Frühjahr jeweils zwei Baumschnittkurse auf unseren Obstwiesen, zu denen wir den Hochstammexperten Konrad Hauser aus Singen einladen. Diese Kurse werden im Südkurier, im Internet und in den Stadtteilzeitungen angekündigt. Es kommen immer ca. 20  Leute zu den Kursen. Wir haben gute Kontakte zur Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad und haben im November in dem Mitteilungsblatt der Bürgervereinigung einen Artikel veröffentlicht: "Streuobstwiesen im Wandel der Zeit. Ihre Bedeutung in der Bekämpfung der drohenden Klimakatastrophe". Es ist verabredet, im Frühjahr 2009 in einer Bürgerversammlung einen Diavortrag über unsere Arbeit zu halten, um dabei Bürger für die Beteiligung an der Baumpflege zu gewinnen. Im Hockgraben in der Nähe der Universität haben wir Hochstammbäume entlang der Fußwege gepflanzt und einen Streuobstlehrpfad angelegt. Dort wurden Informationstafeln aufgestellt und die verschiedenen Obstsorten mit Schildern gekennzeichnet.

BILD BUND Apfelsaft pressen
BILD BUND Apfelsaft pressen

Nutzung der Streuobstwiesen durch die Bevölkerung

Die Pflege hat sich gelohnt, denn die Bäume tragen jetzt. Das Obst kann von Allmannsdorfer und Staader Bürgern geerntet werden. BUND, NABU und Bodensee Naturmuseum verantalten seit 2004 alle zwei Jahre ein Streuobstwiesenfest auf der BUND Obstwiese im Hockgraben. Diese Feste finden Samstags von 14-17 Uhr statt und sind, wegen der viele Angebote für Kinder, bei Familien sehr beliebt. Auf dem letzten Fest hatten wir über 200 Besucher. Weiterhin bietet der BUND AK Kinder- und Jugend auf den Streuobstwiesen in den verschiedenen Jahreszeiten Nachmittage für Familien mit Kindern an, in denen die reichhaltige Flora und Fauna durch Märchen und Geschichten vermittelt werden und im Herbst Apfelsaft gepresst wird. Wir arbeiten dabei mit den Grundschulen in der Nähe der Obstwiesen zusammen. Von den Lehrern werden Schwerpunkte in der Vermittlung des Naturwissens passend zum Lehrplan ausgewählt. Familien der ersten Klassen sind außerschulisch, jeweils an einem Samstag für 4 Stunden beschäftigt. Unser Hauptziel dabei ist, die Familien so zu sensibilisieren, dass sie sich als Folge unserer Veranstaltungen selber aktiv auf den sie umgebenden Streuobstwiesen des BUND bei Baumpflege und Apfelernte beteiligen.

 

Vermittlung von Wissen über Obstbäume in Kindergärten

In Konstanzer Kindergärten sind Äpfel und Obstbäume ein Thema. Viele Kindergärten haben in ihren Gärten Hochstammbäume (Kirsch-, Apfel- und Birnbäume), die meistens schlecht gepflegt sind. Wir gehen in die Kindergärten, erzählen Geschichten über kleine Bäume, machen Spiele und schneiden die Bäume zusammen mit den Kindern. Im Herbst sammeln wir Äpfel möglichst von den geschnittenen Bäumen und pressen zusammen Saft.

Mehr zu den Kindergartenprojekten des BUND Konstanz

 

 

Lebensraum Streuobstwiese

Siebenschläfer
Siebenschläfer Bild: BUND Kai Steffen Frank

Leben auf mehreren Etagen

Von der Wurzel bis zur Krone bietet ein Obstbaum vielfältige Lebensräume. Im Wurzelbereich leben Garten-Spitzmaus, Feldmaus und Igel, Eidechsen, Blindschleichen, Erdkröten und natürlich Regenwürmer und Nacktschnecken. Der Stamm, mit Algen, Pilzen, Flechten und Moos bewachsen, beherbergt Käfer, Ameisen, Asseln und Holzwespen. In Baumhöhlen und größeren Astlöchern nisten Buntspecht, Gartenbaumläufer, Wendehals, Gartenrotschwanz und Steinkauz. Vor- oder Nachmieter, manchmal auch Konkurrenten bei der Belegung der Nisthöhlen, bekommen die Vögel durch Sieben- oder Gartenschläfer oder auch Fledermäuse, wie den Großen Abendsegler. In den Baumkronen brüten Singvögel wie Buchfink und Singdrossel. Turmfalke und Mäusebussard nutzen die Bäume als Ansitz bei der Jagd. Die Blätter dienen Insekten und Larven als Nahrung, Jagdrevier und Wohnort.  Auch von Pollen und Nektar der Blüten leben viele Tiere: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge. Auf Apfelbäumen wächst die Laubholz-Mistel, deren Früchte viele Vögel verzehren.  Kirschen, Birnen, Äpfel und andere Früchte sind wichtiger Nahrungsbestandteil vieler Vogelarten, und Fallobst bereichert z.B. den Speiseplan von Igel, Dachs und Reh. 

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Saft von Streuobstwiesen und Biowein

Kindergruppen beim BUND Konstanz

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