Die Endlager Diskussion ist seit Beginn der Nutzung der Atomenergie eines der größten Probleme. Nach wie vor ist völlig unklar, wo hoch radioaktiver Atommüll aus der Stromerzeugung so gelegert werden kann, dass er auch in 50000 Jahren oder später sicher ist. Das geplante Schweizer Atommülllager Benken und die Einstufung des Hegau als geologisch geeignet zeigt, dass diese Diskussion uns alle sehr direkt betrifft. Nicht nur durch die Lager in 600m Tiefe, sondern auch durch CASTOR-Transporte uns damit verbundene Gefahren.
Diese Probleme machen klar: wir müssen aus der Atomenergie aussteigen - sofort!
Der Widerstand gegen geplante Endlager ist dabei ein wichtiges Werkzeug. Jochen Stay ist seit Jahren aktiv gegen das Endlager Gorleben. Sein Vortrag zeigt uns: wir sind nicht machtlos!
Auch der BUND Konstanz wird hierzu eine Stellungnahme abgeben. Neben zahlreichen technischen Unsicherheiten wie Schutz des Rheinwassers, Erdbebensicherheit und Dicke der Lagerschicht, stehen für den BUND Konstanz auch ethische Fragen im Vordergrund. „Wenn man bedenkt, wo die Menschheit vor zehn- oder hunderttausend Jahren gestanden hat, in der Steinzeit nämlich, wird deutlich, dass wir letztlich die Verantwortung für diesen Müll über ein so lange Zeitspanne hinweg definitiv nicht übernehmen können“, so Thomas Schaefer vom BUND. Eine Millionen Jahre muss der stark strahlende Atommüll aus den Schweizer Kernkraftwerken sicher gelagert werden. „Vor einer Millionen Jahren gab es noch nicht einmal Menschen“, betont Schaefer. Er sei deswegen froh, dass sich die Große Koalition in Berlin weiterhin zum Atomausstieg in Deutschland bekenne. Auch für die Schweiz, die als Hüter des Trinkwassers in Mitteleuropa gelte, müsse dies erreicht werden. Aus Sicht des BUND kann Atommüll nicht risikofrei gelagert werden, das habe sich inzwischen weltweit herausgestellt. Der deutsche Ausstieg sei letztlich auch dieser Erkenntnis geschuldet.
Im geplanten Endlager Benken sollen vor allem stark strahlende Abfälle gelagert werden. Das Lager selbst besteht aus zahlreichen Tunneln und erstreckt sich unterirdisch über eine Fläche von mehr als 70 ha, 1,5 km, was die tatsächliche Dimension dieser Lagerstätte deutlich macht. Der BUND fürchtet, dass hier in Zukunft auch Atommüll anderer Länder gelagert werden könnte, so dass zum Risiko des Lagers an sich auch noch das zahlreicher Atommülltransporte komme. Rechtlich hätten die Einsprüche in der Schweiz zwar keine Relevanz, aber die „große Koalition“ aus Verwaltungen, Verbänden und Bürgern in Südbaden wird nicht einfach so ignoriert werden können, ist sich der BUND sicher.
Link zur Initiative "Klar e.V. (Kein Leben mit atomaren Risiken)"