Baum des Monats Dezember

Ich bin eine Weiße Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Ich lebe an der Schottenstraße beim Vincentius Krankenhaus. Für eine Kastanie bin ich mit ca. 120 Jahren sehr alt. Dieses hohe Alter habe ich vermutlich deshalb erreicht, weil ich auf einer Seite von der Kapelle und an den restlichen Seiten durch Mauern geschützt werde. Dadurch können meine Wurzeln nicht überfahren und beschädigt werden. Bei den anstehenden Baumaßnahmen auf dem Vincentius Gelände muss unbedingt weiterhin auf den Schutz der Wurzeln geachtet werden. Eine weitere Gefahr, die der Umbau mit sich bringen könnte, ist eine Änderung der Windverhältnisse. Ich bin nämlich durch einen starken Drehwuchs gekennzeichnet. Mein Stamm könnte sich bei einer gewandelten Windrichtung wie ein aufgedrehtes Seil, das man plötzlich loslässt, in die andere Richtung aufdrehen. Die dadurch entstehenden offenen Stellen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit anfangen, zu faulen, was mein Todesurteil wäre.

Nicht nur ich bin durch die geplanten Umbaumaßnahmen gefährdet. Auch alle anderen Bäume und Büsche rund um das Areal, die zahlreichen Tierarten (Fledermäuse, gefährdete Vogelarten...) ein Zuhause bieten, laufen Gefahr, beschädigt oder gar gefällt zu werden. Da der Bauentwurf gewählt wurde, bei dem am meisten Fläche versiegelt wird, ermahnen wir die Bauleitung dazu, wenigstens während der Bauphase auf einen ausreichenden Baumschutz zu achten, damit nicht noch mehr von einem der letzten städtischen Biotop in Konstanz zerstört wird.

Hier findet man mich.

Bilder: Barbara Hoffmann

Forderungen von NABU und BUND für eine insektenfreundliche Landespolitik

Angesichts des dramatischen Rückgangs der Insektenvielfalt und derInsektenbiomasse fordern die Umweltverbände NABU und BUND dieLandespolitik zum Handeln auf. Effektive Maßnahmen müssen auf Landes-,Bundes- und EU-Ebene ergriffen werden.
Für die Landespolitik fordern NABU und BUND:

1. Pestizidreduktionsprogramm

Chemisch-synthetische Herbizide und Insektizide haben erwiesenermaßennegative Auswirkungen auf Insekten. Es wird vermutet, dass sie sogar eineder Hauptursachen des Insektenrückgangs sind. Von 2002 bis 2014 stieg derInlandsabsatz an Pestizidwirkstoffen in Deutschland um gut 25 Prozent,gleichzeitig sind heutige Wirkstoffe wie z. B. die Neonikotinoide bis zu 7.000Mal giftiger als das früher eingesetzte Mittel DDT. Ein Pestizidreduktionsprogrammauf Landesebene sollte mindestens die folgenden Maßnahmen umfassen:

  • Anpassung des Förderprogramms FAKT: Erhöhung des Titels für denVerzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel (D1) und für Herbizidverzichtim Ackerbau (E3). - Stärkere Förderung des Ökolandbaus (Umstellungs- und Beibehaltungsförderung)und Ausbau der landwirtschaftlichen Ausbildung und Beratungin Bezug auf pestizidfreie Anbaumethoden.
  • Erweiterung des Verbots von Pestiziden in Wasser- und Quellschutzgebieten,um Wirkstoffe wie Glyphosat und Neonikotinoide in der Schutzgebiets-und Ausgleichs-Verordnung (SchALVO) unter § 4.
  • Erweiterung des Pestizidverbots nach § 34 NatSchG auf intensiv genutzteland- und fischereiwirtschaftliche Flächen innerhalb von Naturschutzgebieten,Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten, flächigen Naturdenkmalen,FFH-Lebensraumtypen in FFH-Gebieten und § 30/§ 33-Biotopen.
  • Vollständiger Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide auf landeseigenenFlächen, egal ob auf Grünanlagen und Grünflächen landeseigenerLiegenschaften, auf Staatsdomänen oder auf verpachteten landwirtschaftlichenLandesflächen.
  • Engagierter Einsatz des Landes auf Bundes- und EU-Ebene für ein Verbotder gefährlichsten Herbizide (z.B. Glyphosat) und Insektizide(z.B. Neonikotinoide) sowohl in Haus- und Kleingärten als auch in derLandwirtschaft und eine Überprüfung der Rechtslage, ein entsprechendesGesetz auf Landesebene erlassen zu können.

2. Lebensräume und Nahrung der Insekten sichern


Arten- und blütenreiches Grünland (Wiesen und Weiden), Saumstrukturenentlang von Schlaggrenzen, Wald- und Gewässerränder mit Hochstauden,krautigen Pflanzen und Gräsern sowie Brachen und Blühflächen auf Äckernsind wichtige Insektenlebensräume. Um sie zu sichern und zu erweitern, solltedas Land die folgenden Maßnahmen ergreifen:

  • Anpassung des Förderprogramms FAKT durch Zulassung mehrjährigerBlühmischungen und Aufnahme einer Prämie für die Heufütterung vonMilchkühen und den Ausschluss von Silagegewinnung und Gülleausbringungauf artenreichem Grünland.
  • Start eines gut ausgestatteten Umsetzungsprogramms für den landesweitenBiotopverbund. Im Rahmen dieses schlagkräftigen Programmes solltenöffentliche und private Körperschaften finanzielle Mittel erhalten, umgroßflächige Biotopverbundmaßnahmen umzusetzen, die auch für die Insektendie grüne Infrastruktur des Landes bilden.
  • Gesetzliche Unterschutzstellung von Streuobstwiesen, FFH-Mähwiesenund Magerrasen nach § 33 NatSchG, um den Einsatz von chemisch-synthetischenPestiziden, Entwässerungsmaßnahmen und die Ausbringungvon mineralischem Stickstoffdünger, Gülle und Gärresten in diesen Gebietenauszuschließen.

3. Insekten-Monitoring

Die Forschungsergebnisse zum Insektenrückgang sind lückenhaft, weil esbisher kein staatliches Monitoring gibt.

  • Die Landesregierung sollte die LUBW beauftragen, in Zusammenarbeitmit den Naturkundemuseen und den Naturschutzverbänden einen landesweitenInsekten-Monitoring-Plan aufzustellen und umzusetzen

o mit regelmäßigen standardisierten Kartierungen in den FFH- und Naturschutzgebieten für wertgebende Insektenarten

o mit einem landesweiten Stichprobennetz für Massenermittlungen.

Winterbaumschnitt der Obstbäume

Langsam nähern wir uns der Winterzeit an und somit auch dem Winterbaumschnitt. Obstbäume wie der Apfel- und der Birnenbaum profitieren am meisten davon, wenn man sie in der kalten Zeit schneidet, denn die Vitalkraft des Baumes hat sich im unteren Stamm und in die Wurzel zurückgezogen und die Verletzungen sind nicht so gravierend. Aber Achtung: Steinobstbäume sollte man erst im Sommer schneiden.

Am 24.11. um 15:30 Uhr ging es den Wasserreisern an den Kragen! Mit geeignetem Werkzeug und gemeinsamer Kraft wurden Birnen- und Apfelbäume in die richtige Form gebracht.

Wer auch Lust hat, Bäume zu schneiden, kann sich gerne beim BUND Ortsverband Konstanz melden, Tel: +49 (0) 75 31 / 15164, Email: bund.konstanz@gmail.com

 

 

Bilder: Indira Pita
Bilder: Johannes Stiefel

Baumpflanzaktion am 28.10. ist gelungen!

Am Samstag, den 28. Oktober, haben wir vom BUND uns mit begeisterten Streuobsthelfern, Familien und kleinen Naturinteressierten, auf der Streuobstwiese an der Jungerhalde in Allmannsdorf getroffen.

Wie wir uns vorgenommen haben, haben wir uns die vielen fleißigen Hände zu Nutze gemacht und gemeinsam fünf neue Bäume gepflanzt, darunter auch eine Eberesche, unser erster Wildbaum auf der Streuobstwiese. Außerdem haben wir Baumschutzstücke um die neuen Bäume montiert.

Am Ende hat Christine Giele, unsere Streuobstwiesen-Expertin und Leiterin der Kindergruppe "Spatzen", eine kurze Rede gehalten und den neuen Paten  Baumpatenmappen überreicht.

Alles in allem glauben wir sagen zu können, dass die Aktion ein Erfolg gewesen ist.

Wir sind für die Unterstützung und Bereitwilligkeit der Anwesenden sehr dankbar und freuen uns auf kommende Aktionen zusammen!

Gemeinsame Stellungnahme des BUND und NABU zum Bebauungsplanverfahren „Brühläcker“

Die Stadt Konstanz plant die Ausweisung des neuen Baugebiets "Brühläcker" im Außenbereich bei Konstanz-Dettingen nach dem beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB. Dieser sieht die Ausweisung von Baugebieten ohne naturschutzfachlichen Ausgleich vor. Die in diesem Bebauungsplan vorgesehenen Ersatzmaßnahmen sollen sich daher auf solche Maßnahmen beschränken die wegen anderer naturschutzgesetzlicher Vorgaben (FFH- und Biotopschutz) unverzichtbar sind. Eine Berücksichtigung aller anderen, darüber hinausgehenden Eingriffe unterbleibt. Damit fällt der baubedingte Raubbau an der Natur in Verhältnisse der 1960-er Jahre zurück. Dem müssen wir als Naturschutzverbände in aller Deutlichkeit widersprechen.

Zudem weisen wir darauf hin, dass gegen diesen § 13a BauGB ein Verbandsklageverfahren anhängig ist. Die Aufstellung dieses Bebauungsplans steht somit auf einer unsicheren Rechtsgrundlage, auf der keine Planungssicherheit geschaffen werden kann. Die Nutzung eines so zweifelhaften Rechtsinstruments könnte sich damit als kontraproduktiv herausstellen für das Erreichen der eigentlichen Ziele, nämlich der Sicherung von bezahlbarem Wohnraum für bedürftige Bevölkerungsgruppen.

Um dieses Ziel zu erreichen halten wir es insbesondere nach den Ergebnissen der zur Evaluation des Handlungsprogramms Wohnen angefertigten Studien für unerlässlich, dass das neue Baugebiet nicht durch Investoren entwickelt wird, sondern ausschließlich als genossenschaftliches Bauen, insbesondere durch die Wobak sowie für Selbstnutzer. Im Gegensatz hierzu heizt eine Vergabe an freie Investoren nachgewiesener Maßen den Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt massiv an und fördert den rücksichtslosen Verdrängungswettbewerb. Dem darf nicht weiter Vorschub geleistet werden.

Beim unerlässlichen FFH-Ausgleich sehen wir das Problem, dass die zur Neuanlage von FFH-Flachland-Mähwiesen vorgesehenen Flächen bislang als Verkehrsweg bzw. Ackerfläche genutzt wurden. Diese vorausgegangenen Nutzungen haben zu einer starken Degradation der Böden verbunden mit einem hohen Nährstoffeintrag geführt. Selbst mit tiefgreifenden Maßnahmen zur Widerherstellung naturnaher Bodenverhältnisse wird es relativ langer Zeiträume bedürfen bis eine ausreichende Grünlandqualität wieder entstehen kann - wenn dies überhaupt gelingt. Daher bestehen hohe Evidenzen, dass trotz dieser Ausgleichsabsicht durch die geplante Baumaßnahme die tatsächliche Fläche und die Qualität der FFH-Flachlandmähwiesen vermindert werden. Dies ist rechtlich nicht zulässig.

Durch die als Ausgleich für die Beeinträchtigung der Feldhecke (Biotop Nr. 182203350122) vorgesehene Neuanlage einer Hecke auf dem städtischen Flst.-Nr. 755 wird das südwestlich davon gelegene Großseggen-Feuchtgebiet vollständig von Gehölzen eingerahmt. Dies führt zu einer zusätzlichen Isolation, was dessen Wertigkeit mittelfristig gefährdet. Wir schlagen daher stattdessen eine Überführung des Flst.Nr. 755 in eine extensive Grünlandnutzung vor. Gegebenenfalls kann zusätzlich die Anlage einer neuen Hecke an dessen östlichem Rand vorgenommen werden.

Darüber hinaus wurde sowohl beim FFH-Ausgleich als auch beim Ausgleich der Beeinträchtigung der Biotope nicht berücksichtigt, dass durch das Näherrücken der Wohnbebauung an diese Naturflächen zahlreiche Gefährdungen der Biotopqualität verbunden sind: So sind z.B. Beeinträchtigungen durch Freizeitnutzungen kaum zu vermeiden. Diese indirekten Effekte einer unmittelbaren Nachbarschaft zwischen Wohnbebauung und Biotopschutz müssen noch herausgearbeitet und bei den Ausgleichsüberlegungen mit berücksichtigt werden.

BUND und NABU lehnen den vorliegenden Bebauungsplan ab und fordern zumindest die Erstellung und Umsetzung eines umfänglichen und angemessenen Ausgleichskonzept.

27. Oktober 2017

 

 

Bilder: BUND Barbara Hoffmann, Indira Pita

Baum des Monats November

Ich bin eine Weiße Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Meine Heimat ist seit ca. 80 Jahren der Münsterplatz. Dort leisten mir eine weitere Rosskastanie und einige Platanen Gesellschaft. Da meine Wurzeln durch archäologische Grabungen beschädigt wurden, hat man 2004 einen aufwändigen Wurzelvorhang für mich angebracht. Dies soll weiteren Verletzungen vorbeugen. Als danach der Münsterplatz umgebaut wurde, habe ich eine schöne große Baumscheibe bekommen, die mir sehr gut getan hat.

Vom Erzfeind einer jeden Kastanie, der Kastanienminiermotte, wurde ich bisher erfreulicherweise verschont. Das liegt wahrscheinlich an den für mich sehr günstigen Windverhältnissen direkt neben dem Münster. Andere Kastanien haben leider keinen so vorteilhaften Standort und folglich große Probleme mit der Miniermotte, die sich kurz nach deren Austrieb in die Blätter frisst und dort überwintert. Am 2. November-Wochenende jeden Jahres ruft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald deshalb zum Aktionstag "Rettet die Kastanien" auf. Hierbei wird das gesamte Laub aufgesammelt und anschließend verbrannt, sodass die Motte in ihrer Entwicklung gestört wird.

Hier wartet der Baum des Monats November auf Ihren Besuch!

Windenergie: Gutachten-Check belegt eklatante Mängel

Gemeinsame Pressemitteilung von NABU, LNV, BUND Baden-Württemberg

NABU, LNV und BUND fordern Qualitätsoffensive / Naturverträgliche Energiewende braucht verlässliche Gutachten

Stuttgart - NABU, BUND und LNV haben heute (7.9.) das Ergebnis ihres Qualitäts-Checks von Windenergiegutachten vorgestellt. Die drei großen Natur- und Umweltschutzverbände hatten artenschutzrechtliche Gutachten, die bei der Genehmigung von Windenergieanlagen eine Schlüsselrolle spielen, einer umfangreichen Prüfung unterzogen. "Das Ergebnis unserer Prüfung ist ernüchternd", sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. "Leider hat sich unser Anfangsverdacht bestätigt, dass die Gutachten teilweise in erheblichem Umfang methodische Mängel aufweisen." Die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender kritisiert: "Im Einzelfall reichen die Gutachten nicht aus, um eine fundierte naturschutzfachliche Bewertung möglicher Standorte für Windenergieanlagen vorzunehmen. Und die Genehmigungsbehörden in den Landratsämtern prüfen sie nicht genügend und genehmigen zu lasch." Die Landes-Chefin des BUND fordert: "Damit die Gutachten in der Praxis auch wirklich wirksam sind, müssen die Behörden in Zukunft Nachbesserungen von den Betreibern einfordern."

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Umwelttipps für Geflüchtete

Der BUND Konstanz hat im Rahmen eines Projekts einen Flyer mit Umwelt- und Energiespartipps für Geflüchtete entwickelt. Er umfasst die Themen Mülltrennung, Energiesparen im Haushalt, nachhaltige Mobilität uvm. Der Flyer soll den Geflüchteten helfen sich umweltbewusst zu verhalten und dabei auch noch Geld zu sparen.
Unterstütz wurde der der BUND Konstanz bei den Flyern von der Stadt Konstanz und von B-Welcome. 

Die Flyer gibt es hier zum Runterladen:

Flyer auf Deutsch

Flyer auf Arabisch

Flyer auf Englisch

 

 

BUND Plastikleitfaden

 

Plastik ist nicht nur praktisch sondern auch praktisch überall. Ob als sichtbare Plastiktüte beim täglichen Einkauf oder als Mikroplastik in unseren Kosmetikartikeln schadet es Mensch und Umwelt in großem Maße. 

Wenn Sie mehr zum Thema Plastik erfahren möchten und auch darüber, was man dagegen tun kann, lohnt sich ein Blick in unseren neuen Plastikleitfaden.

BUND Plastikleitfaden



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